Freitag, 12. Februar 2016

Ohne Glasdom, aber mit Fantasie



Ich liebe sie, diese faszinierenden, oft ovalen und hohen Glasdome / -stürze aus der Biedermeierzeit. Moderne, die hergestellt werden da sie diesem Trend folgen, lassen einfach den Charme der alten Objekte vermissen. Schade, denn eines dieser wunderschönen und wertvollen Teile kann und will ich mir nicht leisten. Versuche ich doch stets etwas aus dem zu machen was ich schon habe und sich mit "kleinem Geld" aufwerten lässt...

Irgendwann einmal habe ich eckige Holzschalen in diversen Größen preiswert gefunden und erworben. Bei diesem Material weiß ich einfach, dass ich es bearbeiten, verändern, verleimen und nicht zuletzt gut mit den geliebten Kreidefarben streichen kann.

Wenn ich mich abends schlaflos im Bett wälze, habe ich oft die besten Ideen. In einer solchen Situation hatte ich die Blitzvision eines "Domes" ohne Glas. Sondern in Form einer Drahthaube. Diese auf die Schale gesetzt, ein bischen was als Dekoergänzung dazu und dann... Den Traum mir eine solche Haube selbst zu bauen gab ich rasch ernüchtert auf - hätte ich doch eine ganze Rolle Hasendrahtes kaufen müssen und vermutlich über Jahrzehnte im Keller herumfliegen gehabt.

Also wurde eine bekannte Auktionsplattform bemüht, wo es damals solche fertigen Hauben zum Preis von unter neun Euro inkl. Versand zu erwerben gab. Gesagt, getan. Bis zur Lieferung gestaltete ich schon mal die Schale. "Pompejigrau" war da gerade meine Lieblingsfarbe, da sie so schön unauffällig ist. Aber genau genommen passen die Farben von Annie Sloan allesamt gut zusammen, sie harmonieren einfach miteinander, ein wenig so, wie es in der Natur auch der Fall ist.

Die Schale erhielt also ihr Farbkleid und es fanden sich Holzelemente, die ich dazu als geeignet befand. Vor allem, da sie mit mattsilbernem Farbanstrich viel wertiger wirkten. Als die Haube eintraf, da passte sie perfekt auf das Unterteil und erhielt gleich denselben Farbton, denn "braun" sah dazu doch sehr merkwürdig aus. Ein silberfarbenes Standkreuz hatte ich noch und setzte es hinein. Hmmh...

Von meiner Malerei her kenne ich die Situation: Irgendetwas fehlt, das Bild sieht noch ziemlich kahl aus. Umgekehrt muss man aber auch wissen wann der Punkt gekommen ist aufzuhören. Es muss eben "stimmig" sein. Das Kreuz stand irgendwie verloren in der Schale und Moos als Ergänzung wirkte spärlich. Da kam die rettende Idee: eine Art Grasteppich sollte her und zwar oben hin, nicht auf den Boden. Vergänglich durfte er nicht sein, also strickte ich einen Schal aus grüner, wuseliger, langhaariger Wolle, bezog einen Styrokranz damit, nähte unten zu.



 Miteinander kombiniert war es für mich perfekt. 

Später kam das Schränkchen im Hintergrund dazu.

Aber das ist schon wieder eine ganz neue Geschichte...